Verschiedene Künstler:innen spielen auf verschiedenen Bühnen Instrumentente

Der Klangbunker: Unsere Vision für einen Club in Lübeck

Der Bunker Lübeck hat über Jahre die elektronische Musikszene der Stadt geprägt. Mit dem Klangbunker wollten wir genau diesem Ort eine neue Zukunft geben: als Club, als Kulturhaus, als fester Platz für elektronische Musikkultur in Lübeck. Auch wenn das Projekt in dieser Form nicht zustande gekommen ist, erzählen wir euch hier, was wir vorhatten und wofür wir weiter stehen.

Warum es am Ende nicht geklappt hat

Am Ende ist das Projekt trotzdem nicht so weitergegangen, wie wir es uns gewünscht hätten. Die Vertragsbedingungen, die uns vorgelegt wurden, ließen sich mit unseren Möglichkeiten als gemeinnütziger Verein nicht vereinbaren. Wir haben uns deshalb entschieden, das Projekt in dieser Form nicht fortzuführen, auch wenn uns dieser Schritt nicht leichtgefallen ist.

Was der Klangbunker werden sollte

In dem Bunker Lübeck in der Ziegelstraße wollten wir einen Ort schaffen, der mehr ist als nur ein Club. Wochenends Musik, unter der Woche Raum für Workshops, Ausstellungen und Begegnung. Ein Kulturhaus, das niemanden ausschließt und das die elektronische Musikkultur in Lübeck endlich so behandelt, wie sie es verdient: als festen, ernst genommenen Teil des Kulturlebens dieser Stadt.

Lübeck nennt sich selbst gerne Kulturhauptstadt des Nordens. Diesem Anspruch wird die Stadt bislang aber nicht in allen Bereichen gerecht, vor allem nicht bei der elektronischen Musikkultur. Während klassische Kulturinstitutionen seit Jahren gefördert und etabliert sind, fehlt ein fester Raum für zeitgenössische, elektronische Ausdrucksformen. Genau diese Lücke wollten wir mit dem Klangbunker schließen.

Ein Nachtclub mit Haltung

Der Klangbunker sollte kein gewöhnlicher Nachtclub in Lübeck werden, sondern einer mit klarer Haltung. Im Zentrum stand für uns immer eine tolerante, offene Atmosphäre, in der sich Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Erfahrung sicher fühlen. Dazu gehörten für uns geschulte Awareness-Teams, durchdachte Sicherheitskonzepte und ein niederschwelliger Zugang nach dem Jugendschutzgesetz, damit dieser Ort wirklich für alle offensteht und nicht nur für eine kleine Szene.

Geplant war ein Veranstaltungsort, der an Wochenenden Raum für Clubnächte, DJ-Sets und Livesets bietet und unter der Woche zur Plattform für kulturelle Bildung und kreative Projekte wird. Diese Doppelfunktion war uns wichtig. Ein Club kann mehr sein als nur ein Ort zum Feiern. Er kann Bildungsort, Treffpunkt und kreativer Freiraum gleichzeitig sein.

Handarbeit statt nur Konzeptpapier

Was den Klangbunker von einer reinen Idee unterschieden hat, war die Arbeit, die schon hineingeflossen ist. Rein ehrenamtlich haben wir das Gebäude instand gesetzt, Wände gestrichen, neue Feuerschutztüren eingebaut und einen zusätzlichen Notausgang geschaffen. Wir haben Pläne gezeichnet, Technik installiert und den Club nach und nach mit einem eigenen Traversensystem, Licht- und Tonanlage ausgestattet. Jeder Schritt davon wurde fotografisch dokumentiert, vom ersten Pinselstrich bis zur fertigen Anlage.

Mit einem realistischen Konzept für rund 200 Personen hatten wir außerdem einen Weg gefunden, der ohne den kostenintensiven Komplettumbau der bestehenden Lüftungsanlage genehmigungsfähig gewesen wäre. Technisch und konzeptionell stand der Klangbunker also kurz davor, Realität zu werden.

Underground bunker lounge featuring a long tan leather sofa against purple and white striped concrete walls.
Underground bunker lounge featuring a long tan leather sofa against purple and white striped concrete walls.
Zwei Personen stehen nebeneinander und schauen auf eine Karte, während auf dem Tisch vor Ihnen eine Ziegenfigur steht
Zwei Personen stehen nebeneinander und schauen auf eine Karte, während auf dem Tisch vor Ihnen eine Ziegenfigur steht
A dimly lit concrete stairwell leads down to a dark basement with a fluorescent light and metal handrail.
A dimly lit concrete stairwell leads down to a dark basement with a fluorescent light and metal handrail.
Industrial underground bar with concrete walls, metal counters, and a chalkboard drink menu.
Industrial underground bar with concrete walls, metal counters, and a chalkboard drink menu.
Construction workers building a white aerated concrete block wall and using a power tool on a renovation site.
Construction workers building a white aerated concrete block wall and using a power tool on a renovation site.
Industrial spiral ductwork and ventilation grille installed against a concrete ceiling in a modern basement.
Industrial spiral ductwork and ventilation grille installed against a concrete ceiling in a modern basement.
A construction worker builds an aerated concrete block wall during a public restroom renovation.
A construction worker builds an aerated concrete block wall during a public restroom renovation.
Zwei Personen stehen nebeneinander und schauen auf eine Karte, während auf dem Tisch vor Ihnen eine Ziegenfigur steht

Unsere Vision bleibt

Der Klangbunker war für uns nie nur ein Club. Die Idee dahinter war ein kultureller Begegnungsort: Platz für DJ- und Produktionsworkshops, Ausstellungen, Suchtprävention für Schulklassen, Fotografie und Formate, die Genres und Generationen zusammenbringen. Elektronische Musikkultur sollte hier denselben Stellenwert bekommen wie klassische Kulturangebote in Lübeck.

Diese Vision tragen wir weiter, mit oder ohne Bunker. Lübeck hat in den letzten Jahren viele Clubs verloren, vom Parkhaus bis zum Bollwerk. Was bleibt, ist eine Szene, die da ist, die etwas bewegen will und für die es kaum noch Räume gibt.

Warum Lübeck einen Club braucht

Wie groß der Bedarf wirklich ist, haben wir nicht nur gespürt, sondern auch gefragt. Über 750 Menschen haben sich an unserer Umfrage zur elektronischen Musikkultur in Lübeck beteiligt. Was dabei rausgekommen ist, zeigt ziemlich deutlich: Es fehlt an einem festen Ort für diese Szene, und die Nachfrage danach ist riesig.

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage stellen wir auf einer eigenen Seite vor.

Wie es für uns weitergeht

Auch ohne den Bunker hören wir nicht auf. Klangverhör e. V. arbeitet weiter an neuen Möglichkeiten, einen festen Ort für Clubkultur in Lübeck zu schaffen. Aktuell sind wir mit verschiedenen Seiten im Austausch und schauen uns Optionen an.

Sobald sich daraus etwas Konkretes ergibt, erfahrt ihr es zuerst hier. Bis dahin bleiben wir, was wir immer waren: ein Verein, der für elektronische Musikkultur in Lübeck einsteht. Mit Veranstaltungen, mit Projekten und mit der festen Überzeugung, dass diese Stadt einen Club verdient.

Habt ihr eine Location, die zu uns passen könnte, oder wollt ihr uns auf dem Weg unterstützen?

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